Arbeitslosenquoten im Tiefflug – 1-Euro-Jobber immer beliebter
Ein Hoch auf die große Koalition, für diese anschaulichen Statistiken, die die Bundesagentur vor kurzen veröffentlichte. Doch ist in dieser Statistik alles so goldig, wie es unsere Regierenden behaupten?
In der Statistik der BA spricht man von 3.188.122 Arbeitslosen im Monat August 2010. Im Mai 2010 war es noch 3.241.529 Menschen ohne Arbeit. Das ist auf den ersten Blick ein hübsche Anzahl von Menschen, die wieder eine Arbeitsstelle gefunden haben. Doch schon ein Blick weiter hinunter in dieser Statistik zeigt, dass eben doch nicht alles Gold ist was glänzt. Der Punkt "Unterbeschäftigung", wo unter anderem sogenannte 1-Euro-Jobs und Eingliederungsmaßnahmen dazu gehören, wird immer wieder gern verschwiegen. Auch werden diese nicht in die jetzt veröffentlichten Arbeitslosenquoten mit hinein gerechnet!
Das ist schon eine beachtliche Anzahl, die hier nicht in die eigentliche Statistik mit eingerechnet werden, obwohl einige Bereiche doch dazu gehören. Eine Arbeitsloser, der an einer Arbeitsgelegenheitsmaßnahme, sprich einem 1-Euro-Job teilnimmt, wird kaum nach der Beendigung in den 1. Arbeitsmarkt eingeführt. Auch sogenannte Eingliederungsmaßnahmen und Trainingsmaßnahmen dienen nicht der Eingliederung in den 1. Arbeitsmarkt und sind somit in die Arbeitslosenquoten mit hinzuzurechnen!
Komponenten der Unterbeschäftigung - Deutschland gesamt - Quelle: BA
So wie wir sehen, machen gerade diese Maßnahmen einen großen Teil der Zahlen in der Unterbeschäftigungen aus. Zwar sanken die Eingliederungsmaßnahmen zu den vorhergehenden Monaten, jedoch stieg die Zahl der 1-Euro-Jobber enorm. In den alten Bundesländern gingen sie zwar zurück, dafür stiegen die Zahlen in den neuen Bundesländern weiter.
Zählen wir nun diese gesamten Zahlen der Unterbeschäftigten mit hinzu, so kommt doch eine ganz beachtliche Summe heraus, wo Menschen noch auf ALG II angewiesen sind.
Schaut man sich die Statistik der Bundesagentur unter dem Punkt "1.2 ECKWERTE DES ARBEITSMARKTES
Westdeutschland August 2010" an, so fällt auf, dass die Arbeitslosenquote in Westdeutschland im Gegensatz der Vormonate Juni und Juli angestiegen ist.
Doch warum ist das so. Lebt man nun im Osten besser, als im Westen von Deutschland? Mitnichten. Zum einen sind in Ostdeutschland viele Menschen, vor allem junge Leute, nach Westdeutschland oder in die Schweiz gegangen. Nun wird es wohl langsam etwas eng in Westdeutschland und umso mehr Menschen zuziehen, desto mehr Arbeit muss vorhanden sein. In Ostdeutschland sieht der Arbeitsmarkt, vor allem im Handwerk sehr düster aus. Zu 90 Prozent der Jobbörsen werden von Zeitarbeitsfirmen dominiert. Die ARGE vermitteln weitestgehend auch nur an Leihfirmen und somit ist der Arbeitsboom im Osten perfekt. Jede Leihfirma nimmt jeden Arbeitslosen mit Kusshand auf. Nach Schulabschluss und Berufsausbildung wird schon lange nicht mehr gefragt, da der Arbeitnehmer sowieso nur als Helfer eingetragen wird und das bei fachmännischen Tätigkeiten, die er dabei verrichten muss. Auch Festangestellte qualifizierte Arbeiter im Handwerk haben oft nicht mehr als 1000 Euro Netto im Monat. Der Grund hierfür sind sogenannte Subunternehmen, die ihr Geld durch eine Pyramide drücken, wo der Arbeitnehmer natürlich das letzte Glied in dieser darstellt.
Auch sogenannte Minijobs gibt es an jeder Ecke. Discounter sind ständig auf der Suche nach billigen Arbeitskräften, wo im Enddefekt ein Gang zur ARGE für den Arbeitnehmer nicht ausbleibt. Die Begründung der Bundesregierung zu diesen Maßnahmen ist oft die Finanzkrise, obwohl hier der Sinn fehlt, da diese Maßnahmen schon Jahre vor der Krise veranlasst wurden.
Der Bürger hat von der großen Finanzkrise nicht viel mitbekommen, aber er bezahlt sie, indem die Lebenshaltungskosten und Energiepreise steigen und das Gehalt von vielen Arbeitern ins bodenlose versinkt. Diese Arbeitslosenquoten sind demnach mit Vorsicht zu genießen.

